Lüneburg: Lange auf Wiedervereinigung gewartet
Vor der Gebietsreform waren die Grenzen der Bezirksgruppen des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) noch mit denen der jeweiligen Regierungsbezirke identisch. Im Zuge der Gebietsreform wurden jedoch die Stadt Wolfsburg und der Landkreis Gifhorn in den Regierungsbezirk Braunschweig eingegliedert.
Gegründet wurde der Verband für das Verkehrsgewerbe im Bereich Lüneburg bereits im Oktober 1945 im Lüneburger Gasthof "Meyer's Garten". Die Bezirksgruppe Lüneburg betreut heute 400 Unternehmen aus allen Bereichen des privaten Verkehrsgewerbes. Mit ca. 4.500 Beschäftigten stellen die Mitgliedsbetriebe des GVN einen wichtigen Arbeitgeber in der Region dar.
Unter den Folgen des 2. Weltkrieges hatte das östliche Niedersachsen in besonderer Weise zu leiden. Durch die Teilung des Landes und den fast undurchdringlichen Eisernen Vorhang wurden nicht nur die historisch gewachsenen wirtschaftlichen Verflechtungen sondern auch die Beziehungen zwischen den Menschen abrupt unterbrochen. Diese Zonenrandlage mit 232 Kilometern Grenze zur ehemaligen DDR behinderten die Betriebe in ihrer wirtschaftlichen Betätigung. Zu den bedeutendsten Industrieregionen gehören Gifhorn/Wolfsburg mit dem VW-Werk sowie Celle und Lüneburg mit ihrer mittelständischen Industrie. Der Harburger Raum stand ganz im Zeichen der Nähe zu Hamburg mit dem Seehafen. Eine gewisse wirtschaftliche Belebung ging vom Bau des Elbe-Seiten-Kanals aus, was sich auch auf die Lage des Verkehrsgewerbes niederschlug. Für die ländlich-strukturierte Region Lüneburg wurde natürlich der Pkw als Transportmittel unentbehrlich. Hiervon profitierten u.a. der Taxi- und Mietwagenbereich aber auch der Krankentransport. Die Bedeutung der privaten Omnibusunternehmer mit eigenem Linienverkehr im ÖPNV ist demgegenüber zurückgegangen. Hier machte sich der ausgesprochen starke Druck der kommunalen Unternehmen bemerkbar, der den Privaten häufig nur noch die Möglichkeit des Subunternehmers ließ. Im Reiseverkehr dagegen profilierten sich viele Omnibusunternehmer mit anspruchsvollen Programmen.
Die Öffnung der innerdeutschen Grenze und die Wiedervereinigung hat gerade den Lüneburger Raum wesentlich verändert. Endlich konnte man seine Geschäftstätigkeit wieder in alle Richtungen ausweiten. Landkreise, die bis zum Fall der Sperranlagen im Schatten der Wirtschafts- und Verkehrsentwicklung standen, wurden quasi über Nacht zu wichtigen Verkehrsrouten. Der schnelle Bau der neuen Dömitzer Elbbrücke im Landkreis Lüchow-Dannenberg stellte den alten Handelsweg von Bremen nach Rostock wieder her.
| Aktuell | Kontakt | Über uns | Vorstände |
update Gunther Zimmermann 18.02.10
|