Gesamtverband Verkehrsgewerbe
Niedersachsen e.V.
JU im GVN

Braunschweig
Jungunternehmer informieren sich über Lkw-Sicherheit

Nicht nur Junge Unternehmer aus den GVN-Bezirksgruppen Braunschweig, Hannover und Hildesheim waren der Einladung nach Braunschweig gefolgt. Auch einige Güterkraftverkehrsunternehmer konnte die Braunschweiger Jungunternehmersprecherin Dagmar Stecker im Waldhaus Oelper begrüßen, darunter auch Böntgen von der Autobahnpolizei Braunschweig, ihren Jungunternehmer-Amtskollegen aus Hildesheim, Dieter Langethal, und den für die Jungunternehmer auf Landesebene zuständigen Ansprechpartner Gunther Zimmermann.

JU-Sprecherin Dagmar Stecker: A 2 kommt trotz 3 Fahrspuren an ihre Grenzen
„Die dramatische Unfallserie auf der Autobahn A 2 in den vergangenen Monaten macht deutlich, daß wir das Thema Sicherheit von allen Seiten beleuchten müssen“, so Dagmar Stecker. Zahlreiche schwere Verkehrsunfälle mit dramatischen Ausgängen, an denen Lkw im hohen Maße beteiligt waren, hätten für verstärkte Aufmerksamkeit in der Presse und der Öffentlichkeit gesorgt. Stecker forderte in diesem Zusammenhang eine intelligente Verkehrsbeeinflussung auf den Autobahnen in Niedersachsen. Gerade die starke Ost/West-Achse A 2 käme trotz eines dreistreifigen Ausbaus an ihre Grenzen. Dies allein reiche aber nicht, unterstützende Technik könne helfen. „Wie haben sich Fahrzeughersteller und insbesondere das Haus Mercedes-Benz darauf vorbereitet, das Fahrpersonal bei ihrem täglichen Einsatz zu unterstützen“, leitete sie an den Referenten weiter.

In seinem Fachvortrag ging Kurt Metz, Leiter Profiberatung von Mercedes-Benz, zunächst auf die Hauptunfallursachen ein. Technische Mängel spielten bei Unfällen praktisch überhaupt keine Rolle, nur zu fünf Prozent seien dafür verantwortlich. 46 Prozent beruhten auf Fehleinschätzungen des Fahrers, 24 Prozent auf Sekundenschlaf und 14 Prozent auf sonstigen Wahrnehmungen, so Kurt Metz. Mit anderen Worten, für ca. 80 Prozent aller Unfallursachen zeichnet der Mensch verantwortlich. Belegt werde dies auch durch die Kurve der Unfallhäufigkeiten. Diese korreliere praktisch zu 100 Prozent mit dem Biorhythmus des Menschen. Unfallschwerpunkte seien die Stunden von 12.00 bis 15.00 Uhr sowie von 23.00 bis 5.00 Uhr.

Fehleinschätzungen spielten dabei auch eine klare Rolle. So gebe es immer noch den Irrglauben, daß der Bremsweg eines beladenen Lkw länger als der eines unbeladenen sei. Dies sei allerdings nicht der Fall, der Bremsweg ist von wenigen Ausnahmen abgesehen nahezu identisch.

Kurt Metz: Der Mensch ist das schwächste Glied
„Der Mensch ist nun einmal das schwächste Glied in der Kette und diesem Glied können und müssen in Zukunft Hilfestellungen gewährt werden“, so Metz. Steigende Verkehrsdichten auf Autobahnen, die auch für die kommenden Jahre prognostiziert werden, machten eine Unterstützung des Fahrers durch die Technik unumgänglich. Verschiedene Kurzfilme und Simulationen am PC veranschaulichten, wie die Technik in das Fahrgeschehen eingreifen kann. Helfen könne man dem Fahrer beispielsweise durch den Abstandsregeltempomaten. Hierbei handele es sich um ein intelligentes System, das selbst beim Einscheren in den vorgewählten Sicherheitsabstand erkennt, ob es sich dabei um ein etwas schnelleres Fahrzeug handelt oder aber ob der Einscherende langsamer fährt als der eigene Lkw. Nur in letzterem Fall löse das System die verschiedenen Stufen der Abstandsregelung aus. Hilfreich seien auch die Spurassistenzsysteme. Leider würden sie zu häufig von den Fahrern ausgeschaltet. 80 Prozent aller Unfälle durch Verlassen der Fahrspur passierten nicht, wie man glauben könnte, in kritischen Streckenbereichen, sondern auf gut ausgebauten, unproblematischen Straßen. Hintergrund sei die dort häufig schwindende Aufmerksamkeit des Fahrers. Sehr effektiv sei auch das System zur Minderung der Wankbewegungen des Fahrzeuges.

Das gesamte Sicherheitspaket kostet laut Kurt Metz ca. 10.000 Euro, den größten Teil davon mache aber der Retarder aus. Durch Zuschußmöglichkeiten und günstigere Versicherungsprämien könnte der höhere Investitionsbedarf aber auf ca. 5.000 Euro gedrückt werden, und rechnen würden sich die Mehrkosten bei intelligenter Anwendung auch wirtschaftlich sehr schnell. Denn Sicherheit und Wirtschaftlichkeit gehörten zusammen.

Moderne Fahrzeuge brauchen geschulte Fahrer
Deshalb bräuchten die modernen Fahrzeuge auch hervorragend geschulte Fahrer, die gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit leisten könnten. Vorausschauendes Fahren, die Wahl der optimalen Motorleistung sowie regelmäßige Luftdruckkontrollen und die richtige Einstellung von Windableitern würden den Dieselverbrauch leicht um zwei bis vier Liter pro 100 Kilometer drücken können. Im Anschluß kündigte Kurt Metz noch an, daß es im Jahr 2008 einige „erlebnisorientierte Fahrsicherheitsvorführungen“ auch im Raum Niedersachsen geben werde. Demonstriert würden dabei z. B. die Systeme zur Verminderung des Wankens.




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Impressum update Gunther Zimmermann 02.02.11