Gesamtverband Verkehrsgewerbe
Niedersachsen e.V.
Presse

Deutsche Lkw-Flotte zu modern für den Schrott
GVN: Abwrackprämie keine Alternative für Mautaussetzung

„Eine Abwrackprämie für LKW lehnen wir ab, sie ist keine Alternative zur Aussetzung der Mauterhöhung“. So kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), Bernward Franzky, die Forderungen der Metallbranche, durch Einführung einer Abwrackprämie für LKW der Nutzfahrzeug- und Zulieferindustrie auf die Beine zu helfen. Als Ausgleich für die Mauterhöhung um 40 – 90 Prozent zum 1. Januar 2009 sei eine Abwrackprämie ein völlig untaugliches Mittel und blockiere die wirklich erforderlichen Maßnahmen.

Eine Abwrackprämie mache nach Auffassung des GVN nur dann Sinn, wenn dadurch die Erneuerung überalterte Fahrzeugflotten gefördert würde. Dies sei aber im deutschen Verkehrsgewerbe nachweislich nicht der Fall. Immerhin 92 % aller mautpflichtigen Kilometer würden von Fahrzeugen der Kategorie Euro-3 bis Euro-5 geleistet, so der GVN. Selbst die Euro-3-Fahrzeuge seien maximal 2,5 – 6 Jahre jung.

Für die Verkehrsunternehmen sei die Abwrackprämie auch deshalb keine Lösung, weil diese nur fließe, wenn gleichzeitig mehr als 100.000 Euro für das Neufahrzeug investiert würde. Dafür fehle den Betrieben zurzeit aber jegliche Liquidität. De facto komme eine Abwrackprämie fast ausschließlich der Fahrzeugindustrie zu Gute. Bestenfalls käme eine einmalige Entlastung für die wenigen Verkehrsunternehmer heraus, die – trotz dieser Krise - ohnehin neue Lkw anschaffen müßten, ein reiner Mitnahmeeffekt. Das eigentliche Problem bliebe ungelöst, das deutsche Verkehrsgewerbe leide seit langem unter zu hoher Abgabenbelastung, verantwortlich dafür sei die Politik, unterstreicht der GVN-Hauptgeschäftsführer. Wenn die Politik es Unternehmen ermöglichen wolle, zu investieren, müsse sie ihnen vorher genug Geld in der Tasche lassen.

Im Übrigen bringt nach Erfahrungen des GVN die Abwrackprämie auch keinerlei Entlastung beim Kraftstoffverbrauch. Im Gegenteil, in der Vergangenheit seien alle Fahrzeuge mit höheren Schadstoffstufen durch höhere Kraftstoffverbräuche gekennzeichnet. Ein Bärendienst für die Umwelt.




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Impressum update Gunther Zimmermann 22.03.11